NEUE DEMOKRATISCHE WEGE BESCHREITEN

Die letzten Jahre haben immer deutlicher gezeigt, dass nicht mehr die Interessen der Menschen im Vordergrund stehen, sondern die von Finanzmärkten, Großkonzernen und Banken. Die Herrschaft des Staatsvolkes, welche mit dem altgriechischem Begriff „Demokratie“ übersetzt wird, ist in akuter Gefahr. Lobbyisten haben immer mehr Einfluss im Bundestag, eine Tatsache, die für keinen überzeugten Demokraten hinnehmbar ist, es ist aber nicht nur die Lobby, die Einfluss auf die „Regierung“ nimmt, NATO und in deren Hintergrund die US-Administration, lenken immer deutlicher die Geschicke der Bundesrepublik und seiner Bevölkerung. Dessen Vertreter gleichen immer mehr Lakaien eines fremden Herren.

Die etablierten Parteien, sind kaum noch voneinander zu unterscheiden. Es ist der Neoliberalismus, dem sie sich wohl alle mehr oder wenige verschrieben haben. Diese Ideologie ist im Grunde genommen mit Faschismus gleichzusetzen, der Wolf hat einen Nadelstreifenanzug angezogen um ins Parlament einzuziehen.

Man kann nicht sagen, dass es nicht genug Menschen gäbe, die gegen diese Entwicklung ankämpften, im Gegenteil, es sind sehr viele sogar. Bedauerlich dabei ist, dass sie ihre Kräfte damit vergeuden, sich in dogmatischen Diskussionen gegenseitig aufzureiben. Linke gegen Konservative, Atheisten gegen kirchliche Bewegungen, Umweltinitiativen gegen Bürgerinitiativen.

Sie alle weigern sich in einen konstruktiven Dialog zu treten und doch wollen sie alles das gleiche.

Um es nochmal ganz deutlich zu sagen, es geht hier nicht darum ein Dogma über andere zu stellen, als überzeugter Demokrat, bin ich der Meinung, dass jede politische Strömung ihre Daseinsberechtigung hat, solange sie mit der allgemeinen Menschenrechtserklärung im Einklang steht.

Wenn wir wieder ein gerechtes, ein friedliches und sicheres Deutschland wollen, dürfen wir uns nicht mehr auf die bisherigen Parteien verlassen, es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als so schnell wie möglich umzudenken, neue Wege zu beschreiten. Die vielen Bewegungen müssen einen Konsens finden und die Bürger müssen einbezogen werden, anders wird es nicht glaubhaft sein. Sozialistische oder kommunistische Kampfparolen sind in diesem Fall fehl am Platz, will man ein breite Masse erreichen und dafür begeistern sich an einem Wechsel konstruktiv zu beteiligen.

Spanien zeigt, dass es möglich ist, es ist ein sehr gutes Beispiel, auch einige lateinamerikanische Länder zeigen dass es möglich ist, sich vom Primat der Konzerne zu befreien und die Interessen der Bevölkerung in den Fokus zu rücken.

In Spanien haben sich die unterschiedlichen Protestbewegungen zusammengeschlossen und sind zu einer Partei geworden, zu „podemos“, was auf Deutsch „wir können“ heißt. Das Programm ist unter der Mitarbeit von tausenden von Menschen entstanden. Sogar Menschen, die nicht zur Partei angehörten durften ihre Vorschläge einreichen, nicht einmal Mitglieder anderer Parteien waren von diesem Prozess ausgeschlossen. Das meiste wurde Online erarbeitet und die Mehrheit entschied darüber.

Entstanden ist dabei eine Partei der Bürger für Bürger, eine Partei von Spaniern für Spanier. Meines Erachtens, ist es ein erstrebenswertes Ziel, weil auf diese Weise würde dem Zitat von Willy Brandt Leben eingehaucht. „Lasst uns mehr Demokratie wagen“, Ich sage:“ Lasst uns mehr Demokratie wagen und auch leben!

Das Ziel einer solchen Partei muss sein, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu rücken und jeder ist eingeladen dabei mitzuhelfen.

Wir brauchen dringend ein deutsches „podemos“ oder wie auch immer eine solche Partei oder Bewegung sich hier in Deutschland nennen mag, damit die Menschen in unserem Land wieder Vertrauen in die Politik bekommen und sich von ihr ernst genommen fühlen, wir brauchen auch deswegen ein deutsches podemos, um ohne in rechten oder faschistischen Gewässern zu fischen, den Menschen eine echte Alternative zu bieten und ihnen damit das Gefühl geben, die Geschicke unseres Landes selbst in die Hand zu nehmen.

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Ein Gedanke zu “NEUE DEMOKRATISCHE WEGE BESCHREITEN

  1. Christian Sadil schreibt:

    Das kann ich gerne alles unterschreiben
    Wir hier in Österreich – Du weißt das ja – versuchen gerade, das Unmögliche möglich zu machen und eine solche Plattform gegen den Neoliberalismus auf die Beine zu stellen. Freilich ohne mediale Unterstützung und ohne finanzielle Mittel geht das alles nur sehr langsam… viel zu langsam, um bereits öffentlichkeitswirksam zu sein… dennoch… der Anfang ist gemacht und seit gestern sind wir erstmals mehr als siebenhundert…

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