KEINE GUTEN AUSSICHTEN

Angesicht der Flüchtlingsdebatte (oder sollte man nicht doch besser Flüchtlingsstreits sagen), die zur Zeit in Europa herrscht, wage ich mir kaum auszumalen, was sich in den kommenden Jahren abspielen wird. Denn eines ist sicher, die Menschen die jetzt zu uns kommen, sind nur Vorboten. Es werden noch viel mehr kommen.

In Politikkreisen faselt man von Bekämpfung der Ursachen, es sind jedoch nur leere Worte. Man wird nichts sinnvolles tun, weil wenn man tatsächlich etwas unternehme, stünde es vollkommen entgegen der derzeitigen Politik der westlichen Welt. Die EU handelt nicht viel anders als die USA mit TTIP. Man hat den afrikanischen Ländern Knebelverträge aufgebürdet, die sich fatal auf deren Wirtschaft und den dort lebenden Menschen auswirkt.

Neokolonialer Raubbau

EPA nennt sich dieses Menschen verachtende Vertragsmonster. Es zwingt unter anderem die afrikanischen Länder europäische Agrarprodukte zu importieren und zu Dumpingpreisen zu verkaufen. Das hat den Effekt, dass die lokalen Bauern ihre Produkte nicht mehr los werden und Pleite gehen. Hinzu kommt, dass Länder wie Indien und China ganze Landstriche aufkaufen um dort ihre Produkte anzubauen.

Den Menschen dort, bleibt keine andere Alternative als ihre Heimatländer zu verlassen und in Europa ihr Glück zu versuchen. An den afrikanische Küsten sieht es nicht besser aus. Die Fischbestände werden durch europäische und asiatische Fischtrawler derart dezimiert, dass für die Einheimischen nichts mehr übrig bleibt. Hinzu kommt noch der neokoloniale Raubbau an Bodenschätzen.

Es wird also nicht lange dauern und hunderttausende werden sich auf den Weg nach Europa machen. Damit aber nicht genug, das Klima wird sich verändern, das ist so sicher wie das Auf und -untergehen der Sonne. Wir werden es vielleicht nicht erleben, unsere Kinder und Enkel aber mit Sicherheit. Daher liegt die Verantwortung für die kommenden Geschehnisse nicht allein bei der Politik, sondern bei jedem einzelnen von uns.

Der Kopf im Konsumtreibsand

Wenn wir das schlimmste verhindern wollen, muss jeder von uns sein Verhalten hinterfragen, wir dürfen nicht so tun, als ob die Politik die einzigen Schuldigen wären. Auch wenn wir, die Bevölkerung, es gerne verdrängen, wir sind mitverantwortlich für alles was in unseren Ländern in Europa geschieht, sowohl gesellschaftlich als auch politisch. Unsere Art zu leben beeinflusst in hohem Maß das Leben und zwar nicht nur in unserem unmittelbaren Umfeld.

Wir haben es allesamt in der Hand das Ruder noch herum zu reißen, nur dürfen wir uns nicht verhalten wie Schüler die von Lehrern und Eltern gewarnt werden, dass eine Nichtversetzung droht, wenn sie sich nicht auf die Hinterbeine stellen. Es ist ernster als die meisten wahr haben wollen. Den Kopf weiter in den Konsumtreibsand zu stecken wir uns nicht helfen, sondern die Zeit bis zu kommenden Katastrophen verkürzen.

Kultur einfach erklärt

 

 

All jenen, die jetzt auf den Straßen den Ruf „Wir sind das Volk!“ missbrauchen möchte ich sagen, ihr seid ebenfalls mitverantwortlich für die jetzige und die kommenden Tragödien, auch wenn ihr es nicht wahr haben wollt. Ihr könnt so viel schreien wie ihr wollt, die Erde unterliegt einer fortwährenden Entwicklung, die der Mensch durch sein kurzes Leben nicht wahr nimmt. Naturkatastrophen werden immer wieder Menschen dazu veranlassen ihre Heimatländer zu verlassen und daran werdet ihr nie etwas ändern können, ihr mögt Mauern und Gräben bauen, das alles wird diese Menschen nicht davon abhalten zu uns zu kommen.

Wollt ihr keine Überfremdung haben, was an sich ein schlechter Witz ist, weil die Kultur die ihr so hoch haltet eben ein Produkt von eben dieser „Überfremdung“ ist die ihr so fürchtet, so müsst auch ihr Euer Verhalten in Eurem Alltag ändern und aufhören diejenigen zu unterstützen, die Euch das vermeintliche Heil bringen. Denn sie vertreten ebenso diese neoliberalen Lebensmodelle, die uns alle ins Elend stürzen.

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