SCHEIDEWEG

Jedem der diese Zeilen liest, brauche ich nicht zu erzählen, was in unserem Land falsch läuft. Er oder Sie wird an Politik interessiert sein und diese vor allem kritisch betrachten. Die Wahlen am letzten Wochenende haben gezeigt, dass der deutsche Kessel gewaltig unter Druck steht. Empörten, enttäuschten, besorgten und verängstigten Bürgern, wurde mit der AfD ein Instrument an die Hand gegeben, mit dem sie Dampf ablassen konnten, um es der derzeitigen Regierung so richtig zu zeigen.

Einen Nutzen für die Gesellschaft gab es dadurch nicht. , Es ist nichts passiert. Rein gar nichts. Der Protest der Bürger hat sich lediglich im blau-rot der AfD manifestiert und wird darin genauso wirkungslos verpuffen, wie die Anliegen der vielen anderen Bürger, die den sogenannten etablierten Parteien immer noch die Treue halten.

Warten ist vergeblich

Bei diesem Kasperletheater für Erwachsene, welches in regelmäßigen Abständen abgehalten wird, hat es in Wirklichkeit nur einen Gewinner gegeben: den Neoliberalismus. Der ist nichts anderes als ein bunt angemalter Faschismus, der schwarz, rot, grün und gelb daherkommt. Wer nun auf eine Veränderung wartet, der wird vergeblich warten. Denn von oben wird diese mit Sicherheit nicht eingeleitet. Sie kann einzig und allein durch den Souverän ausgelöst werden: durch die Bürgerinnen und Bürger . Alles andere würde und wird in einer Farce enden.

Im Parlament werden schon lange nicht mehr die Interessen derer vertreten, dem dieses hohe Haus gewidmet ist. Dort gehen die Vertreter von jenen ein und aus, die das Volk niemals gewählt hat.  Lobbyisten erhalten mehr Aufmerksamkeit, als der gemeine Bürger. All das wissen viele, aber noch mehr wollen es wahrscheinlich nicht sehen. Wohl fühlt sich dabei mit Sicherheit niemand. Was bleibt also zu tun, wenn man merkt, dass all die Energie, all die Arbeit, die wir alle in unser Leben und das unserer Lieben gesteckt haben, praktisch umsonst war? Was ist zu tun, wenn wir merken, dass unser aller Vertrauen nichts bewirkt hat und wir oft getäuscht wurden?

Es gibt zwei Alternativen: Sich dem Schicksal ergeben oder aktiv werden: Machen!

Eine Veränderung zu einer humanistischen Gesellschaft, wird nur von unten ausgelöst. Es gibt viele Gründe, warum die Bürgerinnen und Bürger aktiv werden müssen:

  • Wir sehen die überarbeitete Krankenschwester und den überarbeiteten Arzt, die unter dem Einsparungsdiktat im Gesundheitswesen zusammenbrechen, während Pharma- und Klinikkonzerne ihre Profite feiern.
  • Wir sehen unter Stress stehende Polizeibeamte und Polzeibeamtinnen, die immer mehr Aufgaben zu verrichten haben, aberimmer weniger Kollegen und Kolleginnen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen.
  • Wir sehen die zahlreichen alleinerziehenden Mütter, die nicht wissen, wie sie bis zum Monatsende mit ihrem Geld auskommen sollen.
  • Wir verstehen, dass die Zukunft lokaler und regionaler Unternehmer durch TTIP gefährdet sein wird, weil sie von amerikanischen Unternehmen vom Markt verdrängt werden.
  • Wir sehen und kennen Rentnerinnen und Rentner, die in einem immer größerem Ausmaß von Altersarmut betroffen sind.
  • Wir kennen junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die schon jetzt wissen, dass ihre zukünftige Rente, wenn sie denn bezahlt werden sollte, nicht zum überleben reichen wird.
  • Wir sehen ein Heer an Aufstockerinnen und Aufstockern, die von dem Lohn für eine volle Arbeitsstelle nicht leben können und sich vom Jobcenter Geld erbetteln müssen.
  • Wir sehen die Kleinsparer, die Gefahr laufen, ihr mühsam erspartes Geld zu verlieren, während Banken gerettet werden.
  • Wir sehen eine dramatisch steigende Zahl von Obdachlosen, von denen ein großer Teil Jugendliche sind.
  • Wir sehen Kinder die immer öfter von Armut betroffen sind.
  • Wir sehen auch das gewaltige Heer von Hartz-IV-Empfängern, die vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden , weil ihre Bezüge zu hoch zum sterben, aber zu niedrig zum leben sind.

Allein diese Aufzählung sollte reichen, um erkennen zu können, dass in unserem Land, aber auch bei unseren europäischen Nachbarn absolut nichts in Ordnung ist. Wer etwas anderes glaubt, der irrt gewaltig oder lebt in einer Seifenblase.

Wir leben in einer Gesellschaft voller Missstände – und jeder einzelne von uns ist davon betroffen. Der eine mehr, der andere weniger. Zusammen müssen wir uns gegen diese entwicklung stellen.Wir können uns nicht mehr auf Politiker und Parteien verlassen, da diese zwar von der Allgemeinheit bezahlt werden, aber sich vor allem sich selbst und dem Kapital verpflichtet fühlen.

Eine Veränderung wird somit zwingend notwendig. Sie wird gelingen, wenn sie von den Bürgerinnen und Bürgern ausgeht – von niemandem sonst.

Ich lade daher jeden ein, der sich der sich den Menschenrechten, dem Grundgesetz und der Demokratie verpflichtet fühlt, gemeinsam eine Bürgerbewegung ins Leben zu rufen, die einen Querschnitt unserer gesamten Bevölkerung bildet.

Unser aller Ziel sollte sein, die Menschen in unserer Gesellschaft wieder in den Fokus zu stellen und nicht mehr die Interessen anonymer Konzerne, Banken oder Finanzmärkten. Der Motor jeder Gesellschaft ist die Solidarität untereinander und nicht der Irrglaube eines ewigen Wachstums auf Kosten von Umwelt und Menschlichkeit.

Wir können gemeinsam eine Gesellschaft gestalten in der Frieden herrschtund Gerechtigkeit für alle Menschen. Jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten, seiner Persönlichkeit und seinem Potential einbringen. Jeder ist willkommen, dem die allgemeine Menschenrechtserklärung oberste Direktive ist, auf der eine vom Volk gewollte Verfassung beruht.

Wir können es gemeinsam schaffen!

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